Hokuspokusfidibus
Wie haben die Kinder gestaunt, als eines Morgens der Kindergarten leer geräumt war! Anstelle der Spielsachen fanden sie im Zimmer lediglich Leintücher, Seile, Wäscheklammern und Kleider.
Da klebte ein Brief am Fenster. Er brachte die Erklärung. Zauberlehrling Max schrieb, dass er das Zimmer zum Üben seiner Tricks benutzt habe, als niemand da war. Am Anfang sei alles gut gegangen, schrieb Max. Doch plötzlich sei alles aus dem Ruder gelaufen und die Spielsachen nach und nach verschwunden. Er hätte versucht, alles wieder in Ordnung zu bringen. Allein hätte er es nicht geschafft und wäre nun auf dem Weg, einen Zauberer zu suchen. Als Pfand hätte er seinen Zaubermantel da gelassen.
Nun lag es an den Kindern. Sie verwandelten sich in Könige, Zauberer und Hexen. Aus Tischen, Stühlen und Schachteln entstanden Schlösser, Vulkane und andere Bauten. Von Zeit zu Zeit meldete sich Zauberlehrling Max mit einem Brief. Darin erzählte er, wie es ihm auf der Suche nach dem Zauberer erging und was er unterwegs erlebte. Nach sieben Wochen entdeckte er in einem grossen Schloss ein Zauberbuch. Das erklärte, warum nach und nach die Spielsachen am Morgen wieder im Kindergarten lagen.
Für die Kinder bedeutet das, dass die alten Regeln im Kindergarten wieder gelten und dass wie die meisten Geschichten auch diese ein gutes Ende gefunden hat.
Aus pädagogischer Sicht
Viele Kinder sind einer ständigen Reizüberflutung ausgesetzt. Ein Überangebot an Spielsachen wirkt sich negativ auf die Ausdauer und die Konzentration aus. Oft ist es für Kinder wichtiger ein Spielzeug in Beschlag zu nehmen, als damit zu spielen. Das eigentliche Spiel verliert an Wichtigkeit. Oftmals lassen Spielsachen keine Freiräume für Fantasie und Kreativität zu.
Beim Projekt des leer geräumten Kindergartens ist die soziale Förderung ein wichtiger Aspekt. Die Kinder sollen sich aktiv ins Gruppengeschehen einbringen, einander helfen und Konflikte konstruktiv lösen. Gleichzeitig wird die Sprachkompetenz gefördert, denn diese Art des Spielens verlangt einen kommunikativen Umgang untereinander. Das gemeinsame Tun steht im Vordergrund.
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